Was kann man alleine draußen machen?

Allein draußen zu sein ist einfacher als zu zweit. Du musst dich mit niemandem abstimmen, niemand fragt, ob es nicht langsam reicht, und du kannst an jeder Kreuzung entscheiden, ohne es zu begründen. Trotzdem fällt vielen nichts ein, sobald sie ohne Verabredung vor der Tür stehen.

Hier sind Ideen nach Zeitbudget: eine Stunde, ein Nachmittag, ein ganzer Tag. Alles tagsüber, alles ohne besondere Ausrüstung, das meiste ohne Geld. Viele stammen aus der Quest-Bibliothek von RLQuest, die genau für solche Tage gebaut ist.

Der Vorteil, allein zu sein

Zu zweit passt man sich dem Tempo des anderen an und redet. Allein hörst du die Gegend. Du kannst zwanzig Minuten vor einem Schaufenster stehen, dreimal denselben Block umrunden oder mitten auf der Strecke umkehren. Alles davon wäre zu zweit eine Verhandlung. Allein ist es einfach die Runde.

Eine Stunde

  1. Zehn Minuten in die richtige Richtung. Geh zehn Minuten in eine Richtung, in der du noch nie warst, dann zurück. Die letzten Minuten bringen die meisten neuen Straßen.
  2. Ein Lied lang, dann noch eins. Sei fünf Minuten unterwegs und lauf dabei vierhundert Meter. Ungefähr ein Lied, vielleicht zwei kurze. Dann entscheide, ob es weitergeht.
  3. Nur der Schatten. Fotografiere den Schatten eines Gegenstands, nicht den Gegenstand. Wenn man rät, was es war, ist es gelungen.
  4. Die Übersichtskarte. Such eine Übersichtskarte im Freien, an einer Haltestelle oder am Parkeingang, und vergleich sie mit dem, was du im Kopf hast. Irgendwo weichen sie ab.
  5. Zwei Minuten atmen. Steh draußen und tu zwei Minuten lang nichts außer atmen. Durch die Nase ein, länger aus als ein. Mehr Technik braucht es nicht.
  6. Mittags unter freiem Himmel essen. Iss irgendwo mit einem Dach aus Himmel. Die Pause, die du sonst ausfallen lässt.

Ein Nachmittag

  1. Über die Grenze. Geh bis jenseits deiner Stadt- oder Gemeindegrenze und ein Stück darüber hinaus. Die Grenze steht selten dort, wo man sie vermutet.
  2. Dem Fluss folgen. Folge einem Gewässer drei Kilometer weit. Flussaufwärts ist es meistens ruhiger, und verlaufen kannst du dich nicht.
  3. Viele Richtungen auf einmal. Such einen Pfosten mit mehreren Wegweisern, Wanderwege stapeln sie gern, und nimm den, dessen Ziel du nicht kennst.
  4. Der Waldrand. Geh am Rand eines Waldes entlang statt hindurch. Am Rand ist mehr los als drinnen: Licht, Vögel, Wind.
  5. Eine Tafel wirklich lesen. Fotografiere eine Informationstafel an einem Gebäude oder Denkmal und lies sie ganz. Auf dem Sockel steht meist, wer und warum.
  6. Bis zur Endhaltestelle. Fahr eine Linie bis zum Ende und geh von dort los. Wo die Linie aufhört, fängt die Stadt an, die du nicht kennst.

Ein ganzer Tag

Ein Tag allein draußen ist ein Ausflug, keine Besorgung. Nimm etwas zu trinken mit und iss vorher.

  1. Die ganze Linie zu Fuß. Geh eine Bus- oder Tramlinie in voller Länge ab, von Endhaltestelle zu Endhaltestelle. Nimm eine, die deinen Teil der Karte schnell verlässt.
  2. Mit einer alten Karte. Nimm eine alte oder historische Papierkarte deiner Gegend und geh eine Strecke daraus ab. Manche Straßen gibt es nicht mehr, da wird es spannend.
  3. Blick ins Tal. Such dir eine Anhöhe mit weitem Blick und geh hin. Dafür musst du hoch, anders geht es nicht. Oben zählst du die Kirchtürme.
  4. Sechzehn Kilometer. Rund vier Stunden reines Gehen, mit Pausen ein Tag. Plane das Ende an einer Haltestelle, dann musst du nicht zurücklaufen.

Wenn du dich allein draußen komisch fühlst

Viele haben das Gefühl, allein auf einer Bank oder vor einem Schaufenster aufzufallen. Fast niemand schaut hin, aber das Gefühl hilft nicht weiter, also hier ein Trick: Gib dir eine Aufgabe. Wer etwas sucht, sieht beschäftigt aus und ist es auch. Eine Fotoaufgabe, Bänke zählen, eine Farbe finden. Nach zwei Runden ist das Gefühl weg, weil du zu tun hast.

Der zweite Trick ist Wiederholung. Dieselbe Bank dreimal in einer Woche, und sie ist deine.

Ein paar praktische Dinge

Tagsüber gehen. Bei längeren Touren jemandem sagen, wohin es geht, und das Telefon geladen halten. Etwas zu trinken ab einer Stunde. Auf Wegen bleiben, auch im Moor und am Wasser. Nichts davon ist eine Garantie, aber es ist der Unterschied zwischen einem Ausflug und einer Geschichte, die du lieber nicht erzählst.

Wenn du nicht jeden Tag selbst überlegen willst

RLQuest ist für genau diese Situation gebaut: allein, spontan, ohne Plan. Jeden Morgen liegen drei bis zehn Quests bereit, von fünf Minuten bis zu einer halben Stunde, ausgesucht nach Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und deinen Interessen. Jede Quest trägt eine Altersgrenze und eine Risikostufe, und ob sie nachts erlaubt ist, steht ebenfalls fest. Die App prüft, was sie prüfen kann, den Weg, das Foto, die Uhrzeit, und deine Karte füllt sich in Waben von rund 350 Metern mit jedem Weg. Das ist der stille Reiz am Alleinsein draußen: Nach einem Jahr siehst du, wo du überall warst, ohne dass jemand dabei sein musste.

Lust bekommen? Dann los.

RLQuest gibt dir jeden Tag ein paar Quests für draußen und prüft nach, ob du sie erledigt hast. Für iPhone und Android.

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