Was kann man im Winter draußen machen? Mikroabenteuer für die dunklen Monate

Im Winter ist die Konkurrenz draußen am geringsten. Wer im Januar um halb fünf noch vor der Tür ist, hat den Gehweg für sich, und das macht aus einer Runde um den Block etwas, das sich im Juli nicht so anfühlen würde. Das Problem ist nicht der Winter, sondern die Frage, was man dort machen soll, wenn weder Schnee liegt noch ein Weihnachtsmarkt offen hat.

Hier sind Antworten darauf, sortiert nach dem, was der Winter gerade hergibt: ohne Schnee, mit Schnee, im Nebel, zu zweit oder mit Freunden, und für die wenigen hellen Stunden, die im Dezember übrig bleiben. Viele der Ideen sind Quests aus RLQuest, die die App nur in der kalten Jahreszeit vergibt. Für diese Seite brauchst du nur Handschuhe.

Was der Winter leichter macht als der Sommer

Drei Dinge gehen im Winter besser als sonst. Der Sonnenaufgang liegt um acht, nicht um fünf, du musst also nicht früh aufstehen, um ihn zu sehen. Der Sonnenuntergang liegt um vier, du kannst ihn in der Kaffeepause mitnehmen. Und die kalte Luft lässt Strecken kürzer wirken, weil du schneller gehst, ohne es zu merken. Wer im Winter fünftausend Schritte schafft, hat sich bei wenigen Stunden Tageslicht bewusst dafür entschieden, und genau das zählt hier.

Ohne Schnee

Die meisten Wintertage in Deutschland sind grau, nass und schneefrei. Dafür ist diese Liste.

  1. Sonnenaufgang um acht. Sei im Winter vor Sonnenaufgang draußen. Im Juni heißt das vier Uhr früh, im Dezember ist um sieben noch Nacht, und um acht wird es hell. Einmal im Jahr ist der Sonnenaufgang bequem.
  2. Durch die kahle Hecke. Such eine Hecke, die im Sommer eine grüne Wand war, und sieh hindurch. Ein halbes Jahr lang war dahinter nichts zu sehen. Jetzt siehst du Gärten, Höfe und Hinterhäuser, die es im Juli nicht gab.
  3. Dampf suchen. Fotografiere Dampf, der irgendwo aufsteigt: aus einem Gully, einem Schornstein, einer Tasse auf einer Bank. Dampf gibt es nur, wenn die Luft kalt genug ist. Im Winter ist die Stadt voll davon.
  4. Die beschlagene Scheibe. Fotografiere eine Scheibe, die von innen beschlagen ist: ein geparktes Auto am Morgen, ein Café, ein Bus. Die Tropfen laufen von oben nach unten, das Bild gibt es nur für Sekunden.
  5. Eis vom Ufer aus. Sieh dir an, wie sich am Rand eines Teichs oder Kanals Eis bildet, und bleib am Ufer. Die ersten Zentimeter sind das Spannende, nicht die Fläche. Betreten ist keine Idee, sondern ein Fehler.
  6. Vier bis sechs, trotzdem raus. Sei im Winter zwischen vier und sechs Uhr abends draußen. Um fünf ist Nacht, aber eine Nacht, die du kennst: dieselbe Straße, dieselben Laternen, ein verkleideter Nachmittag.
  7. Fünftausend Schritte bei Tageslicht. Geh fünftausend Schritte, solange es hell ist. Im Sommer passiert das nebenbei. Im Dezember musst du dafür mittags los, und das ist die Aufgabe.

Mit Schnee

  1. Deine Spur, von hinten. Geh ein Stück durch fallenden Schnee und dreh dich um. Die Spur, die du gelassen hast, ist in einer Stunde weg. Genau deshalb lohnt der Blick.
  2. Etwas bauen, das kein Schneemann ist. Bau aus Schnee etwas anderes: eine Bank, eine Mauer, ein Tier, einen Buchstaben. Nasser Schnee hält, Pulverschnee nicht. Nach der ersten Handvoll weißt du, was du hast.
  3. Weiß mit einem Stück Blau. Fotografiere ein Bild, das fast ganz weiß ist, mit einem klaren blauen Rest: Himmel, eine Tür, eine Tonne. Die Kombination, die kalt aussieht und im Winter überall herumliegt.
  4. Der erste Tag zählt. Sei tagsüber draußen, solange der Schnee noch weiß ist. Am ersten Tag ist er es. Am zweiten nicht mehr, auf dem Land etwas länger als in der Stadt.
  5. Vogelfutter aufhängen. Häng irgendwo Vogelfutter auf und schau am nächsten Tag nach, wer gekommen ist. Ein Meisenknödel im Netz reicht. Bei Frost sind die ersten Gäste innerhalb einer Stunde da.

Im Nebel

Nebel ist das Winterwetter, das niemand plant und das die besten Bilder macht.

  1. Dem Entferntesten nach. Such im Nebel das Entfernteste, das du noch erkennst, und geh dorthin. Wenn du ankommst, gibt es ein neues Entferntestes. Zwei- oder dreimal reicht, folg ihm nicht ewig.
  2. Oben abgeschnitten. Fotografiere einen Turm oder ein hohes Haus, dessen Spitze im Nebel verschwindet. Kirchtürme und Baukräne gehen am leichtesten.
  3. Zwei Minuten zuhören. Bleib im Nebel stehen und zähl die Geräusche, die du hörst, aber nicht siehst. Nebel trägt Töne seltsam. Ein Zug kann klingen, als führe er nebenan.

Zu zweit und mit Freunden

Zu zweit ist Winter einfacher, weil es einen zweiten Grund gibt, nicht umzudrehen.

  1. Fenster zählen in der Dämmerung. Geht in der Dämmerung los und zählt zusammen, wie viele Fenster schon leuchten. Wer zuerst bei zehn ist, bestimmt den Rückweg. Um halb fünf dauert das Spiel keine fünf Minuten.
  2. Zwei Tassen auf einer Bank. Nehmt eine Thermoskanne mit und trinkt zwischen drei und fünf irgendwo draußen Kaffee oder Kakao. Die Kanne wurde genau dafür erfunden, und die Bank ist im Winter immer frei.
  3. Sonnenuntergang um halb vier. Verabredet euch zum Wintersonnenuntergang. Um vier ist er vorbei, also um halb vier raus, an eine Stelle mit Blick nach Westen. Im Juni müsstet ihr dafür bis halb zehn warten.
  4. Gemeinsam vor der Sonne aufstehen. Steht mit jemandem zusammen vor Sonnenaufgang auf und geht raus. Zu zweit lässt sich das schwerer verschieben, und im Winter heißt es nur: um sieben statt um acht.
  5. Der Abend mit Nachbarn. Klingel zwischen sechs und acht bei einem Nachbarn oder einer Nachbarin und frag, ob jemand eine Runde mitkommt. Die meisten sagen ja, im Winter überraschend oft.

Die kurzen Tage einteilen

ZeitfensterWas gehtWarum gerade im Winter
Sieben bis achtVor Sonnenaufgang draußen seinNur im Winter liegt der Sonnenaufgang zu einer Uhrzeit, zu der du sowieso wach bist.
MittagFünftausend Schritte bei TageslichtDie wenigen hellen Stunden sind die einzigen, in denen du Farben siehst.
Halb vierSonnenuntergangEr passt in die Kaffeepause und ist um vier vorbei.
Vier bis sechsEine bekannte Runde unter LaternenDunkel, aber kein Nachtspaziergang: dieselbe Straße wie am Nachmittag.

Und wozu dann eine App?

Einige dieser Ideen bekommst du in RLQuest nur dann, wenn sie passen: die Schneequest nur, wenn Schnee liegt, die Nebelquest nur im Nebel, den Wintersonnenuntergang nur in den Wintermonaten. Die App legt dir jeden Morgen drei bis zehn Quests vor, ausgesucht nach Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und deinen Interessen, und prüft hinterher, was sie prüfen kann: den aufgezeichneten Weg, die Uhrzeit, das Foto. Deine Karte füllt sich dabei in Waben von rund 350 Metern. Im Winter wachsen sie langsamer, aber jede einzelne hat dich etwas gekostet.

Ob du dafür eine App brauchst, entscheidest du. Ein Winter mit dieser Liste am Kühlschrank funktioniert auch. Was die App dazugibt, ist der Morgen im Januar, an dem jemand anderes schon überlegt hat, was heute geht.

Die Winterquests liegen morgen früh bereit

RLQuest gibt es kostenlos für iPhone und Android. Zeit einstellen, und morgen früh stehen die ersten Quests da, passend zu Wetter und Jahreszeit.

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