Wenn du allein bist
- Etwas Rotes finden. Geh eine Runde und fotografiere unterwegs etwas, das überwiegend rot ist, ohne dafür stehenzubleiben. Briefkästen, Markisen, Absperrbänder. Was am Weg liegt, zählt.
- Bänke zählen. Geh knapp zwei Kilometer und zähl jede Bank, an der du vorbeikommst. Auf die letzte setzt du dich. Es sind mehr, als du denkst, und weniger, als es sein sollten.
- Über die erste Etage hinaus. Sieh unterwegs mehrmals bewusst nach oben. Über der ersten Etage kennt kaum jemand seine Stadt: Wetterfahnen, Schornsteinaufsätze, Stuck, den niemand mehr beachtet.
- Ein Laden, den du nie betreten hast. Der, an dem du jede Woche vorbeigehst und nicht sagen kannst, was er verkauft. Geh rein und kauf eine Kleinigkeit, oder frag einfach.
- Eine Straße komplett lesen. Geh eine Straße ab und lies jedes Schild, jede Tafel und jeden Aushang. Vermisste Katzen, Sofas zu verschenken, Entschuldigungen. Da stecken die Geschichten.
- Kanaldeckel mit Muster. Schau nach unten. Viele Deckel tragen den Namen der Stadt oder einer Gießerei, die keiner mehr kennt. Wie viele verschiedene Modelle findest du auf einer Runde?
Zu zweit
- Derselbe Weg, zwei Bilder. Jeder fotografiert unterwegs das, was ihm auffällt, ohne es dem anderen zu zeigen. Zu Hause vergleicht ihr. Ihr seid dieselbe Strecke gegangen und wart in zwei verschiedenen Städten.
- Rückwärts nach Hause. Geht den Weg, den ihr am besten kennt, einmal in der anderen Richtung. Der Rückweg ist ein Ort, den ihr nie seht, weil ihr immer in die andere Richtung schaut.
- Eine Stunde nebeneinander. Nehmt euch eine Runde von einer Stunde vor, ohne Ziel. Beim Reden läuft der Zähler schneller, und die Themen kommen von der Gegend, nicht vom Handy.
- Ein Schild, das seinen Zweck überlebt hat. Sucht gemeinsam ein Schild, das verblasst ist oder auf etwas zeigt, das es nicht mehr gibt. Wer es zuerst findet, bestimmt die nächste Abzweigung.
- Zum Sonnenuntergang am Ufer. Seid zum Sonnenuntergang an einem Ufer. Wasser verdoppelt das Licht, und ihr habt einen Termin, der sich nicht verschieben lässt.
Mit Freunden
- Zweimal dasselbe Schild. Jeder sucht zwei gleiche Schilder, die man gleichzeitig sieht. Irgendwer war sich nicht sicher, ob eines reicht. Wer die meisten Paare findet, hat gewonnen.
- Die überflüssige Warnung. Wer findet das Warnschild für etwas völlig Offensichtliches? Irgendjemand musste es einmal aufstellen. Bilder in die Gruppe, abstimmen.
- Die Linie zu Fuß. Nehmt euch eine kurze Bus- oder Tramlinie und geht sie von Endhaltestelle zu Endhaltestelle ab. Ihr kennt die Stationen, aber nicht die Straßen dazwischen.
- Farben sammeln. Jede Person bekommt eine Farbe. Wer sein Bild mindestens zur Hälfte mit seiner Farbe füllt, ohne den Himmel zu benutzen, ist fertig. Lila ist die schwerste.
- Der Umweg zum Essen. Trefft euch nicht am Restaurant, sondern zwei Kilometer davor. Der Weg dorthin gehört zum Abend, und ihr kommt hungriger an.
Ohne Geld
Fast alles auf dieser Seite kostet nichts. Diese hier kosten nicht einmal ein Busticket.
- Sechshundert Meter ohne Grund. Geh sechshundert Meter ohne Besorgung, ohne Ziel und ohne etwas abzuholen. Ein Weg, der nur ein Weg ist. Seltener, als es klingt.
- Drei Stücke Müll. Heb drei Stücke Müll auf, die nicht deine sind. Nicht alles, drei. Das schafft jeder, und die Runde bekommt einen Sinn.
- Fünf Geräusche. Bleib draußen stehen und unterscheide fünf verschiedene Geräusche. Stehenbleiben ist der schwere Teil.
- Barfuß. Geh ein Stück barfuß über einen Untergrund, der nicht dein Fußboden ist. Gras, Sand, Waldboden. Zehn Meter reichen, um zu merken, wie selten du das tust.
- Draußen lesen. Nimm das Buch mit, das du seit Wochen anfangen willst, und lies zehn Minuten auf einer Bank. Meistens werden es mehr.
Bei Regen
Regen ist kein Grund, drinzubleiben, sondern ein anderes Wetter. Jacke an, Schuhe, die nass werden dürfen.
- Der schwarze Spiegel. Regen macht aus grauem Asphalt einen Spiegel, und jede Laterne hat unten einen Zwilling. Fotografiere eine Spiegelung und geh dafür in die Hocke, bis sie das Bild füllt.
- Ein Weg ohne Pfütze. Such einen Weg, auf dem du keiner einzigen Pfütze ausweichen musst. Entweder du findest ihn, oder du merkst, dass es ihn nicht gibt.
- Unterm Baum. Stell dich unter einen großen Baum und hör, wie viel er zurückhält. Buchen sind still, Kiefern tropfen.
- Wie es riecht. Geh raus, solange die Luft nach nassem Boden riecht. Der Geruch hat einen Namen, Petrichor, und er hält nicht lange.
- Regen im Gesicht. Steh eine Minute im Regen, Gesicht nach oben, ohne Kapuze, Augen zu. Dann ist er lauter.
Wenn dir das öfter passiert
Wenn die Frage, was du draußen machen kannst, alle paar Tage wiederkommt, ist das kein Zeichen von Fantasielosigkeit. Es ist einfach anstrengend, sich jeden Tag selbst etwas auszudenken. Genau dafür gibt es RLQuest: Jeden Morgen liegen drei bis zehn Quests bereit, aus über 2700, ausgesucht nach Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und deinen Interessen. Von fünf Minuten bis zu einer halben Stunde. Was nicht passt, tauschst du.
Der Unterschied zu dieser Seite: Die App sieht nach. Ein aufgezeichneter Weg, ein geprüftes Foto, eine Uhrzeit. Und deine Karte füllt sich in Waben mit jedem Weg, den du gegangen bist. Nach einem Jahr siehst du, wo du warst, und vor allem, wo noch nichts ist.