Fotospaziergang: 24 Ideen und Themen für die nächste Runde

Ein Fotospaziergang braucht keine Kamera, nur ein Thema. Wer ohne Thema losgeht, fotografiert das, was alle fotografieren: den Sonnenuntergang, die hübsche Fassade, den Hund. Wer mit Thema losgeht, sieht nach zwanzig Minuten Dinge, an denen er seit Jahren vorbeigeht.

Hier sind vierundzwanzig Themen, sortiert in fünf Gruppen. Nimm eins pro Spaziergang. Die Aufgaben sind Fotoquests aus RLQuest, wo die App das Bild prüft; hier prüfst du selbst, und das Handy reicht.

Farbe

Farbaufgaben sind die einfachsten zum Anfangen, weil du nichts erkennen musst, nur suchen. Und sie sind schwerer, als sie klingen, sobald die Farbe das Bild füllen soll.

  1. Rot, mehr als die Hälfte. Geh so nah an etwas Rotes heran, dass es mehr als die Hälfte des Bildes einnimmt. Eine gestrichene Tür, die Seite eines Lasters. Näher ran, bis die Ränder verschwinden.
  2. Blau ohne Himmel. Ein Bild, das zu einem Drittel blau ist, ohne den Himmel zu benutzen. Deutlich schwerer. Container, Planen, Fensterläden.
  3. Lila. Kommt in der Stadt am seltensten vor. Such gezielt, meist an Dingen, die verkauft werden sollen.
  4. Zwei Grüns. Ein weitgehend grünes Bild mit zwei klar verschiedenen Grüntönen. Altes und junges Blattwerk haben nie denselben Ton.
  5. Die Farbe, die nicht hingehört. Ein einzelner knallbunter Gegenstand in einer sonst grauen Umgebung: der rote Eimer auf der Baustelle, die gelbe Jacke im Parkhaus. Tritt zurück, damit das Grau ihn umgibt.

Licht und Schatten

Nur bei Sonne, am besten früh oder spät. Mittags gibt es keine Kanten.

  1. Halb Licht, halb Schatten. Etwas, das scharf in Hell und Dunkel geteilt ist. Die Kante ist das Bild.
  2. Nur der Schatten ist drin. Fotografiere den Schatten eines Gegenstands, der selbst außerhalb des Bildes bleibt. Wenn man rät, was es war, ist es gelungen.
  3. Drähte als Linien. Die dünnen Schattenlinien, die Oberleitungen, Telefonkabel oder Wäscheleinen auf eine Wand zeichnen. Die Linie fällt schneller auf als der Draht.
  4. Der Schatten zeigt die Löcher. Ein Stuhl, Mülleimer oder Gitter mit Löchern oder Geflecht, dessen Muster als Schatten auf dem Boden liegt. Im Schatten ist das Muster klarer als am Ding selbst.
  5. Licht an der Wand. Ein Fleck Sonnenlicht auf einer Fassade. Er wandert. Warte auf die richtige Minute.

Spiegelungen

  1. Der Spiegel an der Kreuzung. Ein Verkehrsspiegel an einer Einmündung. Er zeigt eine Straße, die du von deinem Standpunkt nicht sehen kannst, und genau das ist das Bild.
  2. Verzerrt im Metall. Eine Spiegelung in gewölbtem Metall: Poller, Kessel, Autospiegel, Edelstahlkugel. Die Verzerrung ist der Punkt.
  3. Farbiges Licht auf nassem Grund. Nach dem Regen, in der Dämmerung: Leuchtreklame, die sich auf dem Gehweg spiegelt. Regen und Reklame gehören zusammen.
  4. Ein Gebäude in einer Pfütze. Ganz tief runter, Handy fast auf den Boden, bis die Fassade in der Pfütze steht. Kopfüber ist sie ein anderes Haus.

Schrift und Spuren

Städte sind voller Text, den niemand liest, und voller Reparaturen, die niemand sieht.

  1. Handschrift auf der Scheibe. Eine Beschriftung, die jemand mit dem Pinsel direkt auf ein Schaufenster gemalt hat. Bäcker, Friseure, Cafés. Achte auf leicht ungleiche Buchstaben.
  2. Das Emailleschild. Glänzende Farben, abgeplatzte Ränder, unter den Abplatzern schwarzes Blech. Bahnhofsnamen, alte Werbung, manchmal noch ein Straßenname.
  3. Die eingemeißelte Jahreszahl. Eine Jahreszahl, die in Stein gehauen oder in Metall gegossen ist. Such die älteste in deiner Gegend.
  4. Ein Kabelbinder hält. Ein Kabelbinder, der draußen irgendetwas festhält: einen Zettel an der Laterne, ein Stück Zaun, einen Fahrradkorb. Die leise Reparatur unserer Zeit.
  5. Zweimal dasselbe Wort. Ein Schild, auf dem dasselbe Wort zweimal steht. Firmennamen tun es am häufigsten.

Form

  1. Rahmen im Rahmen. Durch eine Öffnung hindurch auf etwas dahinter fotografieren: ein Durchgang, ein Bogen, ein Spalt im Zaun.
  2. Fast symmetrisch. Etwas, das symmetrisch wäre, wenn nicht eine Sache aus der Reihe tanzte. Der Fehler ist das Bild.
  3. Von genau oben. Einen Gegenstand senkrecht von oben. Handy waagerecht halten, der Schatten verrät, ob es stimmt.
  4. Immer wieder dasselbe. Ein Gegenstand, wie er sich in einer Reihe wiederholt: Laternen, Poller, Fenster, Container. Je länger die Reihe, desto besser.
  5. Absichtlich unscharf. Beweg das Handy beim Auslösen. Farbe und Form bleiben, alles andere geht weg. Ein gutes unscharfes Bild ist schwerer als ein scharfes.

Fünf Regeln für den Fotospaziergang

Erstens: ein Thema, nicht fünf. Wer alles sucht, findet den Hund. Zweitens: langsamer als sonst, mindestens die halbe Geschwindigkeit, weil die meisten Motive auf Kniehöhe oder über dem ersten Stock liegen. Drittens: keine Bearbeitung unterwegs. Schauen, fotografieren, weitergehen; aussortieren kommt zu Hause. Viertens: Dieselbe Runde ist erlaubt. Mit einem neuen Thema ist es eine neue Strecke. Fünftens: Bleib auf öffentlichem Grund und fotografiere keine Menschen, ohne zu fragen. Eine Tür von der Straße aus reicht.

Fotoquests in RLQuest

Viele der über 2700 Quests in RLQuest sind Fotoquests wie die oben: Fotografiere eine rote Tür, etwas Lilafarbenes, den Schatten eines Bauwerks. Die App prüft das Bild, erkennt also, ob tatsächlich eine Tür drauf ist und ob sie rot ist, und bei Farbquests, ob die Farbe den verlangten Anteil des Bildes füllt. Was sie nicht prüfen kann, sagt sie. Das Foto wird nach der Prüfung verworfen und zu keinem Zeitpunkt gespeichert; deshalb enthält auch ein Datenexport keine Fotos. Jeden Morgen liegen drei bis zehn Quests bereit, passend zu Wetter, Jahreszeit und Tageszeit. Für einen Fotospaziergang brauchst du das nicht. Für den Tag, an dem dir kein Thema einfällt, ist es praktisch.

Das nächste Thema steht morgen früh in der App

RLQuest gibt es kostenlos für iPhone und Android. Fotoquests gehören jeden Morgen dazu.

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