In Videospielen ist eine Side Quest eine Aufgabe neben der Hauptgeschichte: klein, freiwillig, mit einem klaren Ende und einer kleinen Belohnung. Real Life Quests übertragen das auf den Alltag. Du gibst dir selbst eine Aufgabe, die nichts mit deiner To-do-Liste zu tun hat, und der Tag bekommt eine zweite Ebene.
Der Begriff bleibt englisch, weil ihn auch auf Deutsch kaum jemand übersetzt. Hier steht, was eine gute Side Quest ausmacht, zwanzig Beispiele zum Nachmachen und eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob es dafür eine App gibt.
Vier Dinge. Sie ist klein: fünf Minuten bis eine halbe Stunde, kein Projekt. Sie ist freiwillig: Niemand außer dir merkt, wenn du sie auslässt. Sie hat ein klares Ende: eine Zahl, ein Ort, ein Foto, eine Uhrzeit, damit du weißt, wann sie erledigt ist. Und sie bringt dir etwas ein, auch wenn es nur der Haken auf einem Zettel ist.
Der Unterschied zu einer Aufgabe auf der To-do-Liste ist der Ton. Ein To-do muss erledigt werden. Eine Side Quest darf.
| To-do | Side Quest | |
|---|---|---|
| Woher sie kommt | Von außen: Arbeit, Haushalt, Termine | Von dir, oder von einem Spiel |
| Wenn du sie auslässt | Bleibt etwas liegen | Passiert nichts |
| Wann sie fertig ist | Wenn das Ergebnis stimmt | Wenn die Bedingung erfüllt ist: die Zahl, der Ort, das Foto |
| Was du dafür bekommst | Ruhe | Eine kleine Belohnung und eine Geschichte |
Zwanzig Side Quests zum Nachmachen, in drei Gruppen. Jede einzelne ist heute machbar.
Eine gute Quest folgt einem Muster: ein Verb, ein Gegenstand, eine Bedingung, ein Ende. Fotografiere (Verb) eine blaue Tür (Gegenstand) in einer Straße, in der du noch nie warst (Bedingung), bis heute Abend (Ende). Je genauer die Bedingung, desto mehr Spiel steckt drin, weil du suchen musst.
Schwierigkeit hilft. Gib deinen Quests Stufen, von gewöhnlich bis legendär, und häng an die seltenen eine echte Belohnung: das gute Brot vom anderen Ende der Stadt, ein freier Abend ohne Bildschirm. Der Grund, die schwerere zu nehmen, sollte vorher dranstehen.
Ja, RLQuest ist eine. Ehrlich dazugesagt: Für Side Quests brauchst du keine App. Ein Zettel am Kühlschrank mit fünf Ideen funktioniert, und die zwanzig oben kannst du sofort abschreiben.
Was eine App dazugibt, sind zwei Dinge, die ein Zettel nicht kann. Erstens denkt sie sich die Quests aus: jeden Morgen drei bis zehn, aus über 2700, passend zu Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und deinen Interessen, von fünf Minuten bis zu einer halben Stunde. Zweitens prüft sie nach. Bei einer Streckenquest die aufgezeichnete Spur, bei einer Fotoquest das Bild, bei einer Abendquest die Uhrzeit. Wer eine Abendquest mittags einreicht, bekommt ein ehrliches Nein. Und wo die App nichts prüfen kann, sagt sie das, statt so zu tun als ob.
Dazu kommt, was aus Quests ein Spiel macht: XP, Level, Serien, Seltenheiten von gewöhnlich bis legendär, 213 Erfolge in 69 Reihen und eine Karte, die sich mit jedem Weg in Waben füllt. Manche Quests führen zu echten Orten aus OpenStreetMap, zu Burgen, Aussichtspunkten und Leuchttürmen. Wer dort als erste Person in RLQuest eine Quest abschließt, bekommt die Erstentdeckung.
Was die App nicht kann: Quests, die aus deinem Leben kommen. Die Oma anrufen, den Nachbarn endlich nach dem Namen fragen. Die schreibst du weiter selbst. Die App ist kostenlos, ein Premium-Tarif gibt mehr Quests pro Tag.